Eheversprechen schreiben – aber ohne Kitsch
Für manche Paare gehört das Eheversprechen zu den emotionalsten Momenten ihrer Hochzeit.
Für andere klingt allein das Wort schon ein bisschen einschüchternd.
„Was sollen wir denn da sagen?“
„Wie lang sollte das sein?“
„Und was, wenn es am Ende kitschig klingt?“
Wenn euch diese Gedanken bekannt vorkommen, seid ihr nicht allein.
Tatsächlich gehört das Eheversprechen zu den Themen, bei denen viele Paare zunächst unsicher sind.
Die gute Nachricht:
Es muss weder perfekt noch besonders poetisch sein.
Es muss einfach zu euch passen.
Müssen wir überhaupt ein Eheversprechen schreiben?
Nein.
Ganz eindeutig: Nein.
Viele Paare entscheiden sich für ein persönliches Eheversprechen.
Viele andere verzichten bewusst darauf.
Beides ist völlig in Ordnung.
Eine freie Trauung lebt davon, dass sie eure Persönlichkeit widerspiegelt. Deshalb gibt es auch beim Eheversprechen keine festen Regeln.
Wenn ihr euch mit dem Gedanken wohlfühlt, kann es ein wunderschöner Bestandteil eurer Zeremonie sein.
Wenn nicht, wird eure Trauung dadurch keineswegs weniger emotional oder persönlich.
Warum viele Paare Angst vor dem Eheversprechen haben
Oft liegt die Unsicherheit gar nicht am Schreiben selbst.
Sondern daran, dass viele Menschen glauben, sie müssten plötzlich Dichter oder Schriftsteller werden.
Doch genau darum geht es nicht.
Niemand erwartet perfekte Formulierungen.
Niemand erwartet große Reden.
Und niemand vergleicht euer Eheversprechen mit einem Liebesfilm.
Die berührendsten Worte sind meist die einfachsten.
Was gehört in ein Eheversprechen?
Es gibt keine feste Struktur.
Trotzdem hilft vielen Paaren eine kleine Orientierung.
Zum Beispiel:
Was liebe ich an dir?
Welche Eigenschaften machen euren Partner oder eure Partnerin besonders?
Was schätzt ihr aneinander?
Wofür bin ich dankbar?
Vielleicht gibt es Momente oder Eigenschaften, die eure Beziehung geprägt haben.
Was wünsche ich mir für unsere gemeinsame Zukunft?
Welche Träume, Hoffnungen oder Ziele verbindet ihr mit eurer Ehe?
Was verspreche ich dir?
Hier geht es nicht um große Heldentaten.
Oft sind es gerade die kleinen Versprechen, die besonders berühren.
Zum Beispiel:
- Ich verspreche dir, immer ehrlich zu dir zu sein.
- Ich verspreche dir, mit dir zu lachen, auch wenn das Leben manchmal chaotisch ist.
- Ich verspreche dir, an deiner Seite zu bleiben – in den leichten und in den schwierigen Zeiten.
Wie lang sollte ein Eheversprechen sein?
Kürzer als viele denken.
Oft reichen bereits ein bis zwei Minuten völlig aus.
Ein Eheversprechen muss nicht möglichst lang sein.
Es sollte sich vielmehr natürlich anfühlen.
Lieber wenige ehrliche Worte als eine lange Rede, die nicht wirklich zu euch passt.
Darf es lustig sein?
Unbedingt.
Viele Paare glauben, ein Eheversprechen müsse ausschließlich romantisch und feierlich sein.
Doch Humor gehört zu vielen Beziehungen ganz selbstverständlich dazu.
Wenn ihr gemeinsam über bestimmte Eigenheiten lachen könnt, dürfen diese durchaus ihren Platz finden.
Natürlich sollte das Eheversprechen wertschätzend bleiben.
Aber niemand verbietet euch ein Schmunzeln oder einen kleinen Insider.
Und wenn ich beim Vorlesen nervös werde?
Dann seid ihr in bester Gesellschaft.
Fast alle Paare sind in diesem Moment aufgeregt.
Das ist völlig normal.
Und ganz ehrlich:
Niemand erwartet Perfektion.
Wenn die Stimme zittert, ihr kurz lachen müsst oder euch ein paar Tränen in die Augen steigen, macht das diesen Moment oft noch authentischer.
Mein persönlicher Rat
Versucht nicht, das schönste Eheversprechen der Welt zu schreiben.
Versucht nicht, besonders kreativ oder besonders romantisch zu sein.
Versucht einfach, ihr selbst zu sein.
Denn am Ende erinnern sich die Menschen nicht an perfekte Formulierungen.
Sie erinnern sich daran, wie ehrlich sich eure Worte angefühlt haben.
Und genau das macht ein gutes Eheversprechen aus.
